Gründungsgeschichte

1255 bis 2019 – 764 Jahre Historie der köngl. priv. Schützengilde Straubing

  • Gründungszeit
  • Der 30j. Krieg u. Simon Höller
  • Der Märchenkönig und die königliche Privilegierung
  • Der Neuanfang nach 1945

Als Gründungsdatum verwendet die Straubinger Schützengilde das Jahr 1255, erste Anfänge eines organisierten Schützenwesens gab es nach Ansicht von Historikern bereits deutlich vor dieser Zeit. Wegen div. größerer Brände im Mittelalter sind leider keine Dokumente erhalten geblieben mit denen die Gründung, die vermutlich noch früher stattfand, eindeutig belegt werden könnte. Man datiert diese daher auf das Jahr 1255 und begründet dies mit der Bedeutung der Stadt Straubing ab diesem Jahr, da Straubing 1255 zum Viztumamt (https://de.wikipedia.org/wiki/Vitztum) und somit zu einem der großen Verwaltungssitze im Herzogtum Bayern erhoben wurde. Die erste heute noch erhaltene Urkunde mit einer Erwähnung der Straubinger Schützengilde datiert aus dem Jahr 1392.

Bereits aus dem vierzehnten Jahrhundert sind größere Schießwettbewerbe mit überregionalen Teilnehmern überliefert. Geschossen wurde damals noch mit der Armbrust (https://de.wikipedia.org/wiki/Armbrust) die auch bei der Stadtverteidigung das Mittel der Wahl war. Aus diesem Grund war das Schützenwesen auch bei der Obrigkeit gut gelitten und oft wurden die Übungsgelände kostenlos zur Verfügung gestellt. Schon im vierzehnten Jahrhundert wurde übrigens am Hagen geschossen, aber auch an anderen Stellen in der Stadt bzw. am Stadtrand gab es Übungsmöglichkeiten.  Im Laufe der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts kamen mehr und mehr Feuerwaffen auf, wie etwa das sogenannte Feuerrohr (https://de.wikipedia.org/wiki/Handrohr). Diese schweren Bronzeteile waren aber in Sachen Zielgenauigkeit den Armbrüsten deutlich unterlegen und so fanden sie erst langsam Einzug ins Schützenwesen. Schon zu Beginn des 15. Jahrhunderts änderte sich das aber nach diversen Weiterentwicklungen relativ zügig. Es gab immer mehr und immer „modernere“ Feuerwaffen und auch deren Machart änderte sich. Aber noch aus dem Jahr 1524 ist ein großes Schützenfest dokumentiert bei dem nach wie vor neben den „Püchsen“ (Büchsen; https://de.wikipedia.org/wiki/Arkebuse) auch die Armbrust im Einsatz war. Schon in der Einladung zu diesem Schützenfest wurden Vorgaben zur Distanz, dem Gewicht der Kugeln und der Anzahl der Schüsse gemacht; also praktisch schon eine Art „Sportordnung“!

In der zweiten Hälfte des 15.Jahrhunderts erlebte das Schützenwesen eine Blütezeit und viele große Schützenfeste wurden gefeiert. Das erste dieser großen Schützenfeste auf bayerischem Boden fand 1427 in München statt. Nach und nach änderte sich, auch durch diese Feste, der Charakter dieser Veranstaltungen weg vom ursprünglich rein militärischen Vergleichsschiessen hin zum immer mehr sportlich geprägten Wettbewerb. In dieser Form fanden überregionale Schützenfeste und Vergleichsschiessen im 16.Jahrhundert genauso statt wie im 17.Jahrhundert. Das Reglement wurde dabei mehr und mehr verfeinert. So gab es bereits eine Waffen (und Bolzen) Kontrolle, ein genaue Vorgabe der Schießposition, wie beispielsweise „sitzend ohne Anlehnung“ und einen genau geplanten Ablauf größerer Wettbewerbe bei denen sich die Wettkämpfe über mehrere Tage hinzogen. Die Obrigkeit unterstützte über die Jahrhunderte hinweg die Ausrichtung von Schiesswettbewerben mit Geld und Sachpreisen und war stets daran interessiert eine „wehrfähige“ Bevölkerung zu haben.

Bereits im 16. Jahrhundert hatten aber die mitunter ausufernd prunkvollen Schützenfeste ihren Zenit überschritten. Das Armburstschiessen verschwand komplett und auch am Büchsenschiessen beteiligten sich nun weniger Bürger. Zwar versuchte der Magistrat der Stadt mit zahlreicheren und höheren Preisen wieder mehr Bürger an die Buchsen zu bekommen, aber viele waren mittlerweile zu bequem geworden für die regelmäßigen Waffenübungen.

Der Beginn des 30.jährigen Kriegs änderte zunächst nichts daran, da Straubing in der ersten Hälfte des Konflikts nicht direkt betroffen war. Das änderte sich im Jahr 1633 als die Schweden Straubing ab dem 20. November belagerten und die Stadt bereits 23. November die Kapitulation erklären musste um einem Sturm und der damit verbunden Plünderung zu entgehen. Bereits im März 1634 wurde die Gäubodenstadt wieder befreit und die zuvor zerstörte Stadtmauer in Stand gesetzt. In den wenigen Tagen der Belagerung durch die Schweden hatte sich der Apotheker (und spätere Bürgermeister) Simon Höller (https://de.wikipedia.org/wiki/Simon_H%C3%B6ller) besonders hervor getan und mit seinem Radschlossgewehr (ausgestellt im Gäubodenmuseum / http://www.gaeubodenmuseum.de/) angeblich viele schwedische Offiziere erschossen.

Mit Urkunde vom 3. Mai 1663 stiftete Simon Höller den „Ewigen Jahrtag“ der Schützengilde Straubing zum Gedenken an die verstorbenen Mitglieder der Gilde. Dieser Jahrtag wird bis heute immer am sogenannten „Weißen Sonntag“ mit einer Messe, einem Zug durch die Stadt zum Schützenheim und anschließender gemütlicher Zusammenkunft der Beteiligten im Schützenheim gefeiert. Neben den Mitgliedern der köngl. priv. Schützengilde Straubing nehmen daran auch viele andere Schützenvereine aus dem Schützengau Straubing-Bogen teil.

Im Verlauf der „Spanischen Erbfolgekriege 1702-1714“ wurde Straubing im Jahr 1704 von den Habsburgern besetzt und die Bevölkerung entwaffnet. In der Folge lag das Schützenwesen bis 1714 brach und auch das Schützenheim am Hagen wurde für andere Zwecke genutzt. Erst Jahr 1715 konnte wieder eine Zusammenkunft der Schützen stattfinden und zuerst musste das Schützenhaus/-gelände wieder ertüchtigt bzw. neu gebaut werden. Abgeschlossen war dies erst im Jahr 1720. Ab diesem Jahr ist dort auch eine Wirtschaft belegt.

Schon im Jahre 1742 wurde Straubing erneut belagert, diesmal ging es um die österreichische Erbfolge, aber im Gegensatz zu den Belagerungen von 1633 und 1704 konnte man sich diesmal gegen die Gegner behaupten. Nicht zuletzt wegen der Treffsicherheit der Straubinger Schützen brachen die Österreicher die Belagerung ab. Im Juni 1743 kamen sie wieder, konnten sich jedoch erneut nicht militärisch durchsetzen, im Zuge von Verhandlungen auf höherer Eben wurde Straubing allerdings an die Österreicher übergeben und in der Folge ruhte erneut der Schießbetrieb. Zudem waren das Schützenheim und die Schiessanlagen, die sich am Hagen ja vor den Mauern der Stadt befanden mal wieder demoliert worden. Ab 1745, nach dem Friedensschluss, ging es wieder weiter und 1757 gab es erneut ein großes Schützenfest in Straubing. Das 18. Jahrhundert blieb weiterhin unruhig und schon 1778 gab es einen weiteren Erbfolgekrieg, diesmal den „bayerischen“. Wie gehabt kamen die Österreicher und besetzten große Teile Niederbayerns und der Oberpfalz. Zu einer Belagerung Straubings kam es diesmal nicht, offenbar wurde die Stadt kampflos übergeben, da die Chronik der Straubinger Gilde auf eine Besatzungszeit verweist. Das bedeutete natürlich eine weitere Pause für die Gildeschützen, nach dem Abrücken der Habsburger ging es dann wieder los.

Die nächste Unterbrechung erfolgte schon im September 1780 bzw. in den folgenden Jahren. Ein Großbrand hatte große Teile der Stadt verwüstet und einen immensen wirtschaftlichen Schaden angerichtet. Straubing fiel in eine Wirtschaftskrise und brauchte einige Zeit um sich davon zu erholen. An Hobbymäßiges Schießen dachte vorerst kaum jemand, wichtiger waren der Wiederaufbau und Essen auf den Tisch zu bringen.

Kaum wieder erholt forderte die nächste militärische Auseinandersetzung ihren Tribut. Diesmal waren es die Befreiungskriege 1813/14, die eine Ausübung des Schießsports verhinderten. Im Anschluss dauerte einige Zeit bis sich das Schützenwesen in Bayern wieder organisiert hatte. Bei den Festschießen der nächsten Jahre wurde nun erstmals dem Bayerischen König gehuldigt. Außerdem hatte sich eine grundsätzliche Änderung ergeben, es gab jetzt eine Wehrpflicht und die Schützengilden verloren ihre militärische Funktion endgültig. Interessanterweise entstand unmittelbar vor den Befreiungskriegen im Jahr 1812 der Vorläufer des heutigen Gäubodenvolksfestes (https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%A4ubodenvolksfest) in Form eines landwirtschaftlichen Vereinsfestes. In den folgenden Jahren wurde dieses Fest dann in noch unregelmäßigem Rhythmus ausgerichtet und von Seiten der Gilde auch mit einem Scheiben-Schießen bereichert. Diese Tradition ist erhalten geblieben und noch heute gibt es während der Festwoche das „Volksfestschießen“ der Gilde.

Ein wichtiges Datum ist für die Schützengilde Straubing das Jahr 1832, denn in diesem erging ein Urteil im Streit um die Eigentumsrechte am Schützenhaus/-gelände der schon seit 1717 immer wieder für Ärger gesorgt hatte. Die Gilde bekam das Eigentumsrecht zugesprochen und ist seitdem Eigentümer des Grundstücks und des Schützenhauses.

Im August 1868 erließ König Ludwig II. von Bayern (https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_II._(Bayern) ) eine neue Schießordnung um die nicht mehr zeitgemäße Version von 1796 zu ersetzen. Alle Schützenvereine und Schützengilden die diese Schießordnung anerkannten durften sich zukünftig „königlich privilegiert“ nennen. Nach Beschluss der Gilde im Dezember 1868, wurde die Annahme der neuen Schießordnung von der Schützengilde Straubing mit Schreiben vom 13.Januar 1869 dem Magistrat der Stadt Straubing angezeigt und somit das Recht erworben sich bis heute als „köngl. Priv. Schützengilde Straubing“ zu bezeichnen.

In den Jahren 1870/71 gab es mal wieder Krieg, den Deutsch-Französischen, der nach dem Sieg zur Gründung des deutschen Reichs führte. Verständlicherweise hatten die Teilnehmer in den folgenden Jahren nicht allzu viel Lust zum Schießen und es dauerte eine Weile bis sich die Mitglieder- und Teilnehmerzahlen erholten. Am Ende des 19. Jahrhunderts bzw. zu Beginn des 20. Jahrhunderts tauchte vermehrt eine neue Waffenart auf den deutschen Schießständen auf. Der Feuerstutzen (https://de.wikipedia.org/wiki/Feuerstutzen), ein Hinterlader mit Patronenmunition ersetzte langsam aber sicher die Vorderlader Gewehre und ermöglichte flottere Wettbewerbe, da die langen Ladepausen entfielen. Wenig später wurde dann in München der Zimmerstutzen (https://de.wikipedia.org/wiki/Zimmerstutzen) entwickelt und ermöglichte sportliches Schießen auf beengtem Raum, womit viele Schützenvereine entstehen konnten, die bisher keine Möglichkeit gehabt hatten, da schlicht der Platz oder die Mittel für eine große Schießanlage fehlten.

Mit den neuen Möglichkeiten blühte der Schießsport in Bayern auf und viele noch heute aktive Vereine entstanden. Diese Blütezeit wurde aber schon 1914 wieder brutal unterbrochen. Europa war sehenden Auges in den 1. Weltkrieg getaumelt und erst vier Jahre und Millionen Tote später ging der Wahnsinn des ersten industriellen Kriegs zu Ende. Im Jahr darauf gab es bei der Gilde wieder erste Aktivitäten und im Juli 1919 fand wieder ein sogenanntes „ordentliches Schützenrecht“ statt (entspricht der heutigen Generalversammlung). Der Schießbetrieb wurde im September wieder aufgenommen. Durch die Zwanziger Jahre hindurch lief es mal mehr Mal weniger gut bei der Straubinger Gilde. Auf eine Hochzeit in den goldenen Zwanzigern folgte die Depression der Weltwirtschaftskriese und kaum hatte man diese einigermaßen überstanden kamen die Nazis an die Macht. Nun hatten die Nationalsozialisten erstmal kein Problem mit dem Schützenwesen, ganz im Gegenteil, eine an der Waffe ausgebildete Bevölkerung passte ja hervorragend in das Weltbild der neuen Führung. Wohin das führte ist hinlänglich bekannt…

Womit die „Partei“ ein Problem hatte waren all diejenigen die nicht nach ihrer Pfeife zu tanzen bereit waren und da wurde man dann tätig. Im Fall der Gilde bedeutete dies, dass sich der Oberbürgermeister Josef Reiter (ein in der Wolle gefärbter Nazi) zum Schützenmeister der Gilde wählen lassen wollte um auch dort Chef zu sein. Da er im ersten Anlauf scheiterte wurden solange Parteigenossen als Neumitglieder zur Gilde geschickt bis man die Mehrheit hatte, zumindest wenn man bei der Wahl die eingesessenen Mitglieder auch noch mit den damals üblichen Methoden einschüchterte. Reiter kam also zu seinem Schützenmeisterposten und verkaufte als erste Amtshandlung die Liegenschaften der Gilde an die Stadt Straubing. Vorgeblich mit dem Zweck die Stadt könne besser für einen Ausbau der Anlagen sorgen. Die Altmitglieder waren gegen diesen Verkauf, konnten ihn aber nicht verhindern. Investiert wurde dann auch tatsächlich, da man ja Trainingsgelände für die zukünftigen Soldaten brauchte. Die Anlagen wurden dann auch bis weit in den 2. Weltkrieg hinein weiterbetrieben, das letzte Vereinsschiessen fand im Mai 1943 statt, aber irgendwann war dann Schluss.

Nach Kriegsende entwaffneten die Amerikaner als Besatzungsmacht die gesamte Bevölkerung, was auch alle Kleinkaliberwaffen betraf. Somit war erstmal keine Wiederaufnahme eines Schießbetriebs denkbar und ohnehin war den deutschen Männern die den Krieg überstanden hatte die Lust auf Schießen erstmal gründlich vergangen.

Im Juni 1948 erging dann der Beschluss der Besatzungsregierung das Schützen- u. Trachtenvereine ihre Tätigkeit wieder aufnehmen durften. Allerdings mussten die Vereine erst wieder aufgebaut werden und im Falle der Schützenvereine gab es zudem noch eine entscheidende Einschränkung. Es durfte zukünftig nur mit Luftgewehren (https://de.wikipedia.org/wiki/Luftgewehr) (in den Augen der damaligen Schützen nichts anderes als Kinderspielzeug) geschossen werden. Das hinderte die Schützen aber trotzdem nicht daran sich wieder zu konsolidieren und den Schießbetrieb wieder aufzunehmen. Freilich vorerst in der Fremde, da der Gilde ja ihr eigenes Schützenheim abhandengekommen war. Selbstverständlich unternahm man schnellst möglich die ersten Schritte um den Besitz zurück zu bekommen, aber das sollte sich noch etwas ziehen. Der erste wieder aktive Schützenverein in Straubing waren die Edelweißschützen. Die Gilde folgte als zweiter wieder aktiver Verein in Straubing und hielt ihre erste Generalversammlung nach dem Krieg im Juli 1951 ab. Schützenmeister wurde Hans Selmer, der schon zuvor den Neustart vorangetrieben hatte. Im Oktober konnte zum ersten Mal wieder das Kirchweihschießen stattfinden. Im Leserkeller und mit „Kinderspielzeug“ aber immerhin.

Im September 1951 hatte sich übrigens der Bayerische Sportschützenbund (BSSB, https://www.bssb.de/) gegründet und schon im November 1951 folgte der Deutsche Schützenbund (https://www.dsb.de/) diese beiden Verbände sind bis heute die Sportliche Heimat der köngl. priv. Schützengilde Straubing. Auch das Thema Luftgewehr gleich Kinderspielzeug milderte sich bald schon ab. Zum einen reagierten die Waffenhersteller und brachten recht schnell Wettkampftaugliche Luftgewehre auf dem Markt und im Juni 1952 wurde das Schießen mit Kleinkaliberwaffen wieder erlaubt.

Im Oktober 1952 gab es auch einen Durchbruch bei den Verhandlungen mit der Stadt Straubing in Sachen Schützenhaus. Es war eine Rückgabe ausgehandelt worden, allerdings fiel ein Teil des ursprünglichen Geländes dem nun vergrößerten Volksfestplatz zum Opfer. Dies hatte zu Folge, dass zukünftig Wettbewerbe mit dem Großkaliber Gewehr (das wurde damals auf 175m in Richtung Westtangente geschossen) nicht mehr möglich waren. Zwar wurde im Gegenzug das Gelände der Gilde in Richtung Norden verlängert, aber dieser Bereich war ja noch unbebaut. Außerdem würde der Besitz der Gilde im Fall einer Auflösung derselben binnen fünf Jahren an die Stadt zurück fallen.

Man nahm also den Spatz fest in die Hand, ließ die Taube auf dem Dach und ging an die Arbeit. Vieles war in den Wirren des Kriegs zerstört oder zumindest beschädigt worden und musste instand gesetzt werden. Mitten im ersten Jahr des Wiederaufbaus verstarb Hans Selmer unerwartet und Georg Feigl wurde sein Nachfolger. Unter der Führung von Georg Feigl wurde der Neubau des Schützenhauses angestoßen und in Angriff genommen. Man wollte wieder Kleinkaliber im heimischen Schützenhaus schießen und das war mit den alten Anlagen nicht möglich. 1962 fasste man dann den Beschluss und schon im August 1964 stand der Rohbau. Im folgenden Jahr konnte man wieder ein Volksfestschießen ausrichten mit dem Luftgewehr und endlich auch wieder mit dem Kleinkaliber.

Nach dem Tod von Georg Feigl im Jahr 1968 übernahm Karl Sänger kommissarisch bis zur nächsten Generalversammlung aus der er als neuer Schützenmeister hervor ging. Bereits im Jahr 1971 musste er das Amt aus gesundheitlichen Gründen wieder abgeben und für die nächsten dreizehn Jahre war Willi Bergbauer der Nachfolger. Im Jahr 1973 wurde das Schützenhaus um die Gaststätte erweitert und hatte somit fast die heutigen Ausmaße erreicht. Im Jahr 1979 wurden diverse Sanierungen am Schützenhaus in Angriff genommen und die Pistolenstände überdacht. Als Willi Bergbauer aus beruflichen Gründen 1983 nicht mehr antreten konnte wurde er von Rainer Riesner abgelöst und zum Ehrenschützenmeister ernannt.

Riesner wiederum stellte sich 1985 nicht mehr zur Wahl, Nachfolger wurde Hugo Welz der die Geschicke der Gilde bis zum Jahr 2004 leitete. In seine Ära viel der Besuch sehr vieler prominenter Politiker wie Max Streibl, Renate Schmid oder Theo Waigel. Auch der Bau des Schützenstüberls im Jahr 2002 zwischen dem KK-Stand und den Pistolenständen fand unter der Leitung von Hugo Welz statt.

Als er 2004 nicht wieder zu Wahl antrat, wurde Werner Hass der neue 1.Schützenmeister. Als erste Amtshandlung durfte er seinen Vorgänger zu Ehrenschützenmeister ernennen. Als nächstes ging es an die Planung der 750 Jahrfeier, wobei auch Hugo Welz als Festleiter wieder mit im Boot war. In den folgenden Jahren wurden immer wieder Investitionen in die Ausstattung des Schützenhauses oder in das Gebäude selbst getätigt. So bekam die Gilde im Jahr 2009 fünfzehn neue Luftgewehr/-pistolen Stände mit elektronischer Auswertung, sowie eine neue Lüftung für den linken Pistolenstand. Diese war durch neue Vorgaben zur Ausübung des Vorderladerschießens notwendig geworden und zog zu ihrer Unterbringung einen Anbau nach sich. In diesem 2014 erstellten Anbau befindet sich neben der Lüftung und Heizung für den linken Pistolenstand auch das Lager für alle möglichen Gerätschaften und Verbrauchsmaterialen wie Scheibenträger.

Da Werner Haas im Jahr 2018 aus gesundheitlichen Gründen das Amt des 1. Schützenmeisters nicht mehr ausüben konnte, wechselte er zu nächst mit dem 2. Schützenmeister Artur Wintermeier den Platz in der Hoffnung auf eine baldige Rückkehr an die Spitze. Unter Leitung von Artur Wintermeier begann wieder einmal eine durch behördliche Auflagen notwendige Sanierung. Diesmal waren es die Kugelfänge in den Pistolenständen die erneuert werden mussten und die Lüftungsanlage für den rechten Pistolenstand. Im Laufe des Jahrs 2019 soll nun auch noch die Beleuchtung der beiden Pistolenstände ertüchtigt werden. All das ist nur mit vielen Eigenleistungen der Mitglieder möglich und wird sicher nicht die letzte Maßnahme sein die durchgeführt werden muss. Schließlich ist das Schützenhaus seit dem Neubau von 1965 schon ein wenig in die Jahre gekommen.

Zur Wahl im Jahr 2019 trat Werner Haas nicht mehr als 2. Schützenmeister an und wurde von der Generalversammlung aufgrund seiner zahlreichen und langjährigen Verdienste zum Ehrenschützenmeister ernannt.

Mike Geiger, Stand Mai 2019